„Feuerwehr – gemeinsam in die Zukunft“

Wer Situationen einschätzen und auf sie reagieren kann, verringert Stress für sich selbst und andere. So kann man ruhiger und noch professioneller arbeiten.

Der Landesfeuerwehrverband Hessen (LFV) bietet im Rahmen des Projektes „Feuerwehr – gemeinsam in die Zukunft“ den hessischen Feuerwehren Seminare an, um ihnen Unterstützung zu geben, die für den Feuerwehralltag hilfreich sein kann. Die erworbenen Fähigkeiten können auch auf Beruf und Privatleben übertragen und dort angewendet werden und stellen daher einen breit gefächerten Mehrwert dar. Es wird im Rahmen der landesweiten „Integrationskampagne Brandschutz“ unterstützt.

Ergebnisbericht der Bestandsaufnahme

Entstehungsgeschichte

2016 waren viele Feuerwehren in den Aufbau von Gemeinschaftsunterkünften eingebunden und dabei großen Herausforderungen ausgesetzt. Über das Kurzzeitprogramm „Flucht und Asyl“ bot der LFV Hessen kurzfristig Unterstützung an und richtete Seminare zu interkultureller Kompetenz an der HLFS ein. 2017 wurde der LFV in das reguläre Programm von „Zusammenhalt durch Teilhabe“ eingegliedert. Der Schwerpunkt auf gesellschaftliche Vielfalt bleibt bestehen, da dies nach wie vor ein relevantes Thema in Hessen darstellt.

Seminare

Seit einem guten Jahr finden in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium des Innern und für Sport (HMdIS) und der Hessischen Landesfeuerwehrschule (HLFS) Seminare zur Stärkung der interkulturellen Kompetenz statt: Modul 1 „Interkulturelle Kompetenz“ und darauf aufbauend Modul 2 „Interkultureller Berater“. Beide wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgehend positiv bewertet und als Bereicherung gesehen. Als besonders aufschlussreich bezeichneten sie die Auseinandersetzung mit der eigenen Feuerwehrkultur und wie und warum Außenstehende die Feuerwehr manchmal anders wahrnehmen. Diese Veranstaltungen sieht der LFV somit als vorbeugenden Brandschutz im übertragenen Sinne – zwischenmenschlich aktiv werden, bevor es brennt!

Aufgrund des starken Wunsches der interkulturellen Beraterinnen und Berater wird der LFV 2018 zwei weitere Module anbieten: Im Seminar „Konfliktmanagement“ wird es darum gehen, welche Arten von Konflikten es gibt, wie Konflikte entstehen, wie man sie frühzeitig erkennt und vielleicht schon im Keim ersticken kann. Das Seminar „Haltung zeigen“ wird ein Argumentationstraining für den Umgang mit Stammtischparolen und vermeintlich harmlosen Sprüchen sein und auch Gesprächsführung beinhalten.

Termine (sind in Planung)

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Interkulturelle Kompetenz:

Interkultureller Berater:
 

Netzwerktreffen:

Materialien

Neben den Themen der Zusatzmodule zeigte sich der Bedarf an Materialien für Aktivitäten und kleinere Projekte vor Ort. Aus diesem Grund arbeitet der LFV derzeit an einer Broschüre zu Feuerwehr in einfacher Sprache, die möglicherweise auch in mehreren Sprachen erstellt wird. Zudem soll es verbandseigene mehrsprachige Informationen zum Feuerwehrwesen und Brandschutz geben.

Vernetzungsmöglichkeiten

Für die bisherigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer fand im September zusammen mit dem HMdIS und der HLFS ein erster Vernetzungsworkshop statt, bei der sich die interkulturellen Beraterinnen und Berater über ihre Vorhaben austauschen konnten. Alle Beteiligten beschrieben die Veranstaltung als äußerst erfolgreich und gewinnbringend, daher wird dieses Format auch 2018 beibehalten.

Beraterworkshop 2017_Gruppenfoto

Unter anderem wurde bei dem Workshop die Vernetzung mit Koordinatorinnen und Koordinatoren aus dem Landesprogramm WIR vorgestellt. Die WIR-Koordination fördert auf Kreisebene die interkulturelle Öffnung in den Kommunen. Da sie hessenweit eingesetzt sind, können sie die Feuerwehrangehörigen als Ansprechpartner vor Ort unterstützen, einige arbeiten auch bereits mit Feuerwehren zusammen. Im kommenden Jahr sollen die WIR-Koordinatorinnen und -Koordinatoren noch stärker mit den interkulturellen Beraterinnen und Beratern zusammengebracht werden.

Zudem wird 2018 in den angebotenen Seminaren das Beratungsnetzwerk Hessen vorgestellt. Das Beratungsnetzwerk bietet kostenlos präventive Hilfe sowie professionelle, vertrauliche Beratung bei demokratiefeindlichen Vorfällen an und hat Ansprechpartner über ganz Hessen verteilt. Für die Feuerwehren stellt dies eine weitere Möglichkeit der Unterstützung dar.

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Ansprechpartnerin:

Corinna Mailänder, Projektkoordinatorin
Tel.: 06074/8180-4168
E-Mail: corinna.mailaender@feuerwehr-hessen.de