Feuerwehr - Gemeinsam in die Zukunft

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Der Landesfeuerwehrverband etabliert Austauschforen auf lokaler Ebene um Prävention von Belastungen vorzubeugen

Die stark gestiegenen Flüchtlingszahlen führen auch für hessische Feuerwehrangehörige zu Herausforderungen. Ziel des Projektes "Feuerwehr - Gemeinsam für die Zukunft" ist es, diese Herausforderungen zu erkennen und ihnen möglichst wirksam zu begegnen.

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Dr. Ralf Ackermann und Innenminister Thomas de Maizière

Der Aufbau und die Einrichtung neuer Flüchtlingsunterkünfte führt seit einigen Monaten für ehrenamtliche Feuerwehrangehörige zu einem deutlich höheren Aufkommen an unentgeltlich geleisteter Arbeit, was wiederum im Hinblick auf Familie und Berufsleben belastend sein kann. Aber auch bei hauptamtlichen Feuerwehrführungskräften kommt es zu einem deutlich höheren Arbeitsaufkommen.
Außerdem kommt es auch vermehrt zu Feuerwehreinsätzen in Flüchtlingsunterkünften, die aufgrund sprachlicher und kultureller Barrieren nicht immer einfach durchzuführen sind.

Vermutlich führt der Umgang mit Flüchtlingen auch für viele Feuerwehrangehörige zu einer starken psychischen Beanspruchung; Feuerwehrangehörige sind z.B. nicht auf den Umgang mit traumatisierten Menschen vorbereitet. Ein Absinken der Flüchtlingszahlen und damit möglicherweise eine Entspannung der Situation ist derzeit nicht absehbar. Somit ist zu erwarten, dass auch die Belastungssituation für Feuerwehrangehörige aufrechterhalten bleibt.

Eine flächendeckende Erhebung zu dieser Thematik fehlt aber noch und soll deshalb in der ersten Phase des Projektes durchgeführt werden. In der zweiten Projektphase sollen erste Angebote entwickelt werden, um der Belastungssituation entgegenzuwirken. Gemeinsam mit interessierten Feuerwehrführungskräften sollen Austauschforen auf lokaler Ebene angestoßen und etabliert und Handlungsempfehlungen für diese Themenstellung entwickelt werden. Außerdem sollen interessierte Feuerwehrführungskräfte als Multiplikator/innen geschult werden und mögliche ehrenamtliche "Ausbilder/innen" identifiziert und ausgebildet werden, die weitere Feuerwehrangehörige schulen können.