Pressemeldungen

68. Hessische Landesfeuerwehr-Verbandsversammlung

Norbert Fischer zum neuen Präsidenten des LFV HESSEN gewählt.
Nach Pandemie bedingtem Aussetzen konnte am Samstag den 10. September 2022 die 68. Verbandsversammlung des Landesfeuerwehrverbandes Hessen in Bad Homburg v. d. H. im Hochtaunuskreis stattfinden.

Mockup-68-VV
Nach Pandemie bedingtem Aussetzen konnte am Samstag den 10. September 2022 die 68. Verbandsversammlung des Landesfeuerwehrverbandes Hessen in Bad Homburg v. d. H. im Hochtaunuskreis stattfinden.

In der 68. Verbandsversammlung des Landesfeuerwehrverbandes Hessen am 10.09.2022 in Bad Homburg v. d. Höhe (Hochtaunuskreis) standen am heutigen Samstag Wahlen des Präsidenten, Vizepräsidenten, Sozialreferenten und er Landesfrauensprecherin an. Der LFV Hessen vertritt die hessischen Feuerwehren mit ihren über 76.500 aktiven Einsatzkräften, rund 500.000 fördernden Mitgliedern in 2.600 Freiwilligen Feuerwehren, mit 26.500 Jugendfeuerwehrangehörigen, 13.000 Kindern, sowie 57 Werkfeuerwehren und sieben Berufsfeuerwehren. Angeschlossen sind weiterhin 184 musiktreibende Gruppen und Züge mit über 6.000 Musikerinnen und Musikern.

Die Verbandsversammlung wurde eindrucksvoll durch Präsident Ralf Ackermann eröffnet und begrüßt, als Hausherren gaben Landrat Ulrich Krebs und Oberbürgermeister Alexander Hetjes Ihre Grußworte zum Besten.

Mit kritischen Worten hinsichtlich der letzten beiden Corona-Jahre eröffnete Präsident Ralf Ackermann seinen Bericht. Die vergangenen zwei Jahre  forderten nicht nur das allgemeine gesellschaftliche Leben, sondern insbesondere das der Feuerwehren. Der Zwiespalt zwischen zu schützender Feuerwehrinfrastruktur und Einsatzbereitschaft ließen viele Entscheidungen der Politik, sowie des Landes auf Unverständnis stoßen, so hätten klarere und eindeutigere Vorgaben mit wissenschaftlichen Belegungen geholfen.

Innovativ in die Zukunft

Not macht erfinderisch und somit wurde in der Pandemiezeit viel in die Digitalisierung, in der Feuerwehrausbildung investiert, sowohl auf der Ebene der Feuerwehren, der Kreise und des Landes. Besonderer Dank ging an das Land Hessen für Ausstattungen von Studiotechnik für Ausbildungszwecke und VR-Brillen. Den größten Entwicklungsschritt hat unsere Landesfeuerwehrschule umgesetzt - wirklichkeitsnahe Ausbildungen und Online-Angebote - das sind die richtigen Wege in die Zukunft. Jedoch ist der aktuelle Ausbildungsstau durch die Pandemie ein großes Thema, nicht auszureichende Kapazitäten, langsamer Ausbau der Landesfeuerwehrschule, fehlendes Personal sollten mehr Wichtigkeit und Nachdruck erhalten.

Das Jugendfeuerwehrausbildungszentrum in Marburg-Cappel wurde fertig gestellt - die offizielle Einweihung erfolgt in Kürze. Moderne Ausbildungsstätten auf dem neuesten Stand, sind heutzutage Voraussetzungen für die Wertschätzung des Ehrenamtes in den Feuerwehren. Um so erfreulicher ist es, dass die Mitgliederzahlen der Jugendfeuerwehr stabil bleiben und die Kinderfeuerwehren trotz Coronazeit stetig steigen.

Unsere Berufsfeuerwehren haben derzeit ein Problem mit dem Thema 24 Stunden Dienst - die Diskussion geht darum, dass der Dienst nicht als Schichtdienst eingeordnet werden soll. Wir hoffen, dass das Schichtdienstproblem im Sinne der Betroffenen lösungsorientiert vom Land entschieden wird.

Weitere Thematik ist nach wie vor die Sicherheit unserer Einsatzkräfte, zwar wurde nach der Versammlung in 2019 in Frankfurt durch den hessischen Innenminister ein zusätzlicher Fond eingerichtet, jedoch wurde der Fond dieses Jahr der Teuerungsrate angepasst - wir haben einen Antrag bei der Unfallkasse gestellt, dass auch hier eine Anpassung der Mehrleistung an den Inflationsausgleich erfolgen muss.

Hessen und der Katastrophenschutz

Wir in Hessen sind gut aufgestellt. Vieles wurde angepackt und ist in Neubeschaffung. Allerdings haben wir bereits im Januar 2019 schriftlich auf Fähigkeitslücken hingewiesen. Leider zeigten uns die Katastrophenschutzereignisse im vergangenen Jahr in NRW und Rheinland-Pfalz und auch die lang anhaltende Trockenheit in diesem Jahr, dass neue Konzeptionen und zusätzliche Ausstattungen erforderlich sind. Ein eindringlicher Appell an das Land, dass spezielle Einsatztaktiken und Fahrzeugtechnik zu ergänzen sind, z. B. Waldbrandlöschfahrzeuge.

Ein großes Lob mit Hochachtung wurde all den Feuerwehrfrauen und Männern ausgesprochen, die hochengagiert bei den Einsätzen in NRW und Rheinland-Pfalz, sowie im zweiten großen EU-Einsatz in Griechenland beteiligt waren.

Große Sorge bereitet die derzeitige Entwicklung der Zivilen Verteidigung und die des Bundeskatastrophenschutzes. So wurden im April im Angesicht des Krieges in der Ukraine weitere Finanzmittel durch unsere Bundesinnenministerin Nancy Faeser für den Katastrophenschutz versprochen. Vier Monate später lauten die Schlagzeilen „Weniger Ausgaben für den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz geplant.“ Wir sind entsetzt, demnach sollen 40 Prozent des Etats eingespart werden. Das heißt im Umkehrschluss weniger Fahrzeuge und weniger Ausstattung für alle Einsatzkräfte. Wie soll die Bevölkerung geschützt werden?

 

Ralf Ackermann fordert im Namen des Landesfeuerwehrverbandes Hessen:

„Verstärken Sie Ihre Anstrengungen im Zivil- und Katastrophenschutz und sparen sie nicht an der falschen Stelle. Hier wird am Schutz der Bevölkerung gespart und den Einsatzkräften fehlt wichtiges Handwerkszeug wie Fahrzeuge.

Ich rufe die Feuerwehren auf dies mit Ihren Bundestagsabgeordneten zu thematisieren, dass der Haushaltsentwurf so nicht umgesetzt wird und die Mittel aufgestockt werden müssen!“

 

Zum Thema Brandschutzerziehung- und Ausbildung wurden vorhergehende Forderungen wiederholt: Die Brandschutzerziehung soll der Verkehrserziehung gleich gestellt werden. Es ist heute wichtiger denn je, dies enger mit dem Selbstschutz der Menschen zu verknüpfen. Durch hervorragende Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen und unserem Fachausschuss konnten Ausbildungsunterlagen verteilt werden. Brandschutzerziehungsfahrzeuge sind teilweise ausgeliefert und in Beschaffung. Das Thema Brandschutzerziehung und auch Vorsorgemaßnahmen beim Katastrophenschutz, wie das Verhalten in besonderen Lagen sollten durch das Land beschlossen mit in das Schulgesetz einfließen müssen.

Ein tiefblickender Rückblick in die letzten 28 Jahre des Präsidenten Ralf Ackermanns mit vergangenen Kampagnen, Themen und Höhepunkten die bis heute eine grundsteinlegende Basis und Anerkennung finden, bildeten den Abschluss des Jahresberichtes. Besonders zu erwähnen ist die Arbeit in den letzten Jahren in der Hessischen Feuerwehrstiftung. Die Hessische Feuerwehrstiftung unterstützt unbürokratisch nach Unglücks- und Todesfällen, fördert die Jugendarbeit, sowie Fördermittel in der Kinderfeuerwehr. Helfen Sie mit - werden Sie teil einer starken Gemeinschaft!

Neben den zentralen Tagesordnungspunkten Berichte und Ansprachen standen als Höhepunkt Neuwahlen auf dem Programm. Nach 28 Jahren stand Präsident Ralf Ackermann nicht zur Wiederwahl zur Verfügung. Er verabschiedet sich in den Ruhestand. Einstimmig neu gewählt wurden:

 

Präsident - Norbert Fischer, Friedrichsdorf

Vizepräsident - Dr. Christoph Weltecke, Korbach

Vizepräsident - Horst Friedrich, Reichelsheim

Sozialreferent - Friedrich Schmidt, Rüsselsheim

Landesfrauensprecherin - Karin Plehnert-Helmke, Melsungen 

 

Ebenfalls wurden feierlich in Ihrem Amt bestätigt der neue Landesstabführer Alexander Eckhardt und Landesjugendfeuerwehrwart Markus Potthof.

 

..................

 

Ansprechpartner

Geschäftsführer
Harald Popp

Kölnische Straße 44-46

Telefon (D) 0561 / 7889 - 45 147
Fax (D) 0561 / 7889 - 44 997

harald.popp@feuerwehr-hessen.de

www.feuerwehr-hessen.de