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Feuerwehr braucht verlässliche Rahmenbedingungen: Landesfeuerwehrverband Hessen im Gespräch mit den Landtagsfraktionen

Fulda, 16. Juni 2026. Das Präsidium des Landesfeuerwehrverbandes Hessen hat den Hessentag in Fulda für den Austausch mit den Fraktionen des Hessischen Landtags genutzt. In den öffentlichen Fraktionssitzungen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU, SPD und FDP machte der Verband deutlich, vor welchen Aufgaben die Feuerwehren in Hessen aktuell stehen und welche politischen Entscheidungen dafür jetzt wichtig sind.

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Im Mittelpunkt stand die Sicherung sowie der Ausbau eines leistungsfähigen Brand- und Katastrophenschutzes. Die Feuerwehren tragen in Hessen die kommunale Gefahrenabwehr maßgeblich mit. Sie löschen Brände, leisten technische Hilfe, unterstützen bei Unwettern und größeren Schadenslagen, wirken im Katastrophenschutz mit und sind zugleich ein starkes Ehrenamt vor Ort. Rund 70.000 Menschen engagieren sich in den hessischen Feuerwehren, der größte Teil davon ehrenamtlich. Damit dieses System verlässlich bleibt, braucht es Rahmenbedingungen, die zu den Anforderungen an die Einsatzkräfte passen.

Besonders intensiv wurde über die anstehende Novelle des Hessischen Brand- und Katastrophenschutzgesetzes (HBKG) gesprochen. Das HBKG ist die zentrale rechtliche Grundlage für Brandschutz, Allgemeine Hilfe und Katastrophenschutz in Hessen. Es entscheidet mit darüber, wie Zuständigkeiten geregelt sind, wie Führungsstrukturen funktionieren, wie Ausbildung abgesichert wird und wie das Ehrenamt im Einsatzdienst geschützt und unterstützt werden kann. Der LFV Hessen warb dafür, die Erfahrungen aus der Praxis frühzeitig einzubeziehen. Ziel muss ein Gesetz sein, das vor Ort funktioniert, klare Verantwortlichkeiten schafft und die Einsatzfähigkeit der Feuerwehren stärkt.

Ein weiteres Thema war die Zukunft der Leitstellen in Hessen, diese sind weit mehr als reine Annahmestellen für Notrufe. In den Zentralen Leitstellen werden Lagen bewertet, Einsatzmittel alarmiert und Feuerwehr, Rettungsdienst sowie Katastrophenschutz koordiniert. Gerade bei Unwettern, Stromausfällen, Cyberlagen oder größeren Schadensereignissen sind sie ein entscheidender Teil der Krisenreaktion. Der LFV Hessen machte deutlich, dass Strukturfragen nicht allein nach Kosten oder Größe bewertet werden dürfen. Entscheidend sind Ausfallsicherheit, digitale Vernetzung, qualifiziertes Personal, regionale Lagekenntnis und eine enge Anbindung an Feuerwehr, Katastrophenschutz und kommunale Krisenstäbe.

Auch die Nachwuchsarbeit war ein wichtiger Punkt der Gespräche. Mit der Gründung der neuen Hessischen Kinder- und Jugendfeuerwehr wurden Kinderfeuerwehr und Jugendfeuerwehr auf Landesebene zusammengeführt. Damit erhält die Nachwuchsarbeit eine gemeinsame, noch stärke Struktur. In Hessen engagieren sich rund 26.000 Jugendliche in den Jugendfeuerwehren und rund 18.500 Kinder in den Kinderfeuerwehren. Sie lernen dort Technik, Teamarbeit, Verantwortung und demokratische Beteiligung. Für den LFV Hessen ist klar: Wer die Einsatzfähigkeit der Feuerwehren langfristig sichern will, muss die Nachwuchsarbeit gezielt stärken.

Der Verband sprach außerdem über den gesellschaftlichen Zusammenhalt in den hessischen  Feuerwehren. Feuerwehr lebt von Vertrauen, Respekt und Verantwortung. Mit dem Projekt „On Fire - Dein Ehrenamt, Deine Feuerwehr“ unterstützt der LFV Hessen Feuerwehrangehörige im Umgang mit demokratiefeindlichen, diskriminierenden und extremistischen Vorfällen. Das Projekt stärkt Betroffene, sensibilisiert Führungskräfte und gibt Feuerwehren Sicherheit im Umgang mit schwierigen Situationen.

„Brand- und Katastrophenschutz ist kein Thema für den Ernstfall, sondern eine Daueraufgabe. Wer schnelle Hilfe erwartet, muss heute die richtigen Grundlagen schaffen: klare Gesetze, belastbare Strukturen, moderne Leitstellen, gute Ausbildung und echte Unterstützung für das Ehrenamt. Die Feuerwehren in Hessen stehen jeden Tag bereit. Jetzt kommt es darauf an, dass Politik die Rahmenbedingungen sichert, die diese Einsatzbereitschaft auch in Zukunft möglich machen“, betonte Norbert Fischer, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Hessen.

Der Landesfeuerwehrverband Hessen bewertet den Austausch mit den Landtagsfraktionen als wichtigen Beitrag zur fachlichen Begleitung aktueller politischer Vorhaben. Der Verband wird sich weiterhin mit starker Stimme dafür einsetzen, dass die Feuerwehren in Hessen verlässliche Rahmenbedingungen erhalten und der Brand- und Katastrophenschutz zukunftsfähig aufgestellt wird.